Probetraining

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beim CVJM Riehen

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Farewell, Joe

And, in the end the love you take is equal to the love you make.

Vor 13 Jahren übernahm Jonathan Lee das Amt als Spielertrainer der ersten Herrenmannschaft des CVJM Riehen. Letzten Mittwoch gab er es ab. Wenn ihm damals jemand die Zukunft vorausgesagt hätte - er würde keine Minute haben missen wollen. Dasselbe gilt für das damalige Team und für alle, die über die Jahre neu hinzugekommen sind.

Der Balanceakt als Spielertrainer ist ausgesprochen anspruchsvoll und von Rollenkonflikten geprägt. Wie viel Spielzeit gebe ich meinen Kollegen unter Beachtung der Gewinnchancen? Wie viel Spielzeit nehme ich für mich in Anspruch? Wie kommuniziere ich vor, während, und nach des Spiels resp. im Training? Zwei sich gegenseitig bedingende Voraussetzungen sind absolut notwendig: Auf der einen Seite ein Trainer, der sich seiner Rollen bewusst ist und sich in keiner zurückhalten muss. Auf der anderen Seite ein Team, das ihm vollen und diskussionslosen Rückhalt gibt. Beide dieser Voraussetzungen waren stets symbiotisch gegeben, zumal jeder im Team auch seine eigene Rolle kannte. Diese Konstellation ist der zentrale Grund, warum das Team über die Jahre so gut funktionierte. Nicht immer gut spielte, nein, aber immer gut funktionierte. Und dadurch auch harmonierte.

Nun ist Harmonie als Zweck für ein Basketballteam nicht sinnvoll. Aber es ist ein Zeichen eines erfolgreichen und wertschätzenden gemeinsamen Unterfangens. Dessen Ziel wiederum war vor jeder Saison klar: Meister werden. Diesen Ehrgeiz hatte jeder im Team. Und die ganzen 13 Jahre lang hatte diesen Ehrgeiz Jonathan Lee am meisten. Er hasste Niederlagen, vor allem vermeidbare. Für dieses Ziel investierte er minutiös und mit grösster Sorgfalt Zeit und Energie. Ausgeklügelte Systeme wurden offensiv wie defensiv eingeübt, Spiele wurden vor- und nachbereitet, Statistiken wurden geführt und nachträglich per Video validiert. Der Aufwand dürfte in dieser Liga seinesgleichen gesucht haben. Zugegebenen, die Motivation für das Quantitative war für Jonathan Lee immer auch intrinsisch angehaucht. Seine Vorgehensweise spiegelt aber vor allem die Ernsthaftigkeit, mit der er sich seiner Aufgabe widmete.

Nicht statistisch erfassbar ist die Stimmung im Team, die sich im Laufe der letzten 13 Jahre stetig verbessert hat. Die Spieler mögen und respektieren sich sichtlich. Das Training und die Spiele sind ersehnte Fixpunkte in ihren Alltagen. Viele von ihnen haben eine lange gemeinsame Vergangenheit. Aber auch sind so einige neu hinzugekommen. Die Integration klappt durch gegenseitiges Geben und Nehmen hervorragend, die Rollen sind schnell gefunden. Und die Stabsübergabe von alt zu jung ist in den letzten Jahren äusserst erfolgreich angelaufen. Die Jungen sind athletisch und wild, wollen gefördert werden und fordern gleichzeitig die Alten heraus. Die Alten wollen vermitteln und fühlen sich zeitgleich motiviert, mitzuhalten. Win-win.

Natürlich ist ein solcher Trainer keine hinreichende Bedingung für all die genannten Entwicklungen. Aber sie ist eine notwendige. Und als solche hat Jonathan Lee sie mehr als erfüllt. Was verbleibt nach 235 gecoachten Spielen zu sagen? Nach 148 Siegen und somit einer Gewinnquote von 63%? Nach so vielen Emotionen, nach den Höhen und Tiefen? Nach der Meistersaison? Nach der Saison, in welcher man formal in die 3. Liga hätte absteigen müssen? Nach dem letzten Spiel?

Wir danken. Und schauen mit einem Lächeln zurück. Wir danken für all die Male, die wir zurechtgewiesen wurden. Für all die Male, die wir ermuntert wurden. In denen wir gemeinsam lachten, weinten, johlten. Für die drei Punkte auf dem Whiteboard in den Halbzeitpausen. Für die Funken, die in uns ein ums andere Mal entzündet wurden. Für die faulen Sprüche. Für die no-look-Pässe, für die pulling-the-chairs, für den Eiffelturm. Für die schweren Entscheidungen, für das Zuhören, für die andauernde Verantwortung. Für die unzähligen Stunden, die in dieses Team investiert wurden.

Es war eine Freude und eine Ehre, ihn als Trainer zu haben. Wir freuen uns ungemein, dass er nach seinen Reisen wieder zum Team stösst; dann aber als reiner Spieler. It's been a long time coming.